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Einlass 21 Uhr
Beginn 21.30 Uhr
AK: 7 € inkl. Disko
Elektro
Anschließend ab circa 23.30 Uhr Disko mit DJ Travis Trademark
Infos dazu gibt es bald hier
Escapehawaii startete 2003 als Homerecordingprojekt. Bernd Haas aus dem kleinen fränkischen Hersbruck bei Nürnberg liebt alte Synthesizer. Der drückende Basssound eines Moog Prodigy schenkt ihm ein Gefühl audiophiler Zufriedenheit. Ebenso liebt er es, mit dem Gameboy und dem Cartridge LSDJ synthetische Beats und bleepende Melodien aus Nintendos Handheld zu schrauben. Beides kombiniert und gespickt mit den typischen 8bit-Klängen des Commodore 64 vermengt sich bei Escapehawaii zu treibenden Elektrosongs. Lieder, die danach klingen, als zögen Super Mario und Prinzessin Peach ihre Discoschuhe an, um Cooper und Bowser mit gezielten Dancemoves und Tritten in den Hintern so richtig das Fürchten zu lehren. Und das ganze geschieht so mit Masse, dass selbst John Travolta hektische Flecken bekäme und nicht glaube, dass ausnahmsweise die Musik ihm und nicht er der Musik die Show stiehlt. Ergänzt wird das durchweg von synthetischen Klangerzeugern produzierte Popalapop durch Bernds rocklastigen Gesang, dessen Melodien und Worte sich häufig in rhytmischen Sprechgesang verfangen und meckernd über das Musikbbizz, Trends und Zwangscoolness herziehen. "Hast du es gehört oder hab ich es gesagt? Bei deinem neuesten Trend wird an Ehrlichkeit gespart! Hast du es gehört oder ist es dir schon Leid, dein allerneuestes Indie-Highlight?" Hier vereinen sich elektronische Aspekte mit einer vertrauten Punkattitüde und Gesten des Independentrocks. Und plötzlich verschwimmen Grenzen und Tellerränder erlauben Fernblick, denn man sieht sowohl bei eingeschworenen Indiekids als auch hartgesottenen Ravern die Hüften schwingen, zum mitreißenden Sound des Escapehawaii.
Nach der Veröffentlichung der "Is this a daily loop" EP auf dem DIY-Label Babacuda Records kam damals verstärkt der Drang, die Songs live zu performen. Escapehawaii schleppt seitdem Commodore 64, Gameboy und seinen Korg-Synthie mit in diverse Clubs, um mit der überholten Technik und Mikrofon bewaffnet seine Ein-Mann-Show zu präsentieren. Dabei überzeugt der sympathische Große vor allem auf zwei Ebenen. Zum einen ist er der freundliche Kerl, mit dem man gern einen Konzertabend verbringt, zum anderen der energetische, seriöse Musiker, der im einen Moment noch konzentriert in sein Equipment vertieft ist und im nächsten Augenblick schon wieder deftige Wortsalven ins Publikum donnert. Denn so lächerlich es für einige auch klingen mag, mit einem Gameboy Songs zu basteln, Bernd Haas nimmt seine Musik sehr ernst. Dies manifestiert sich in mutigem Songwriting und beeindruckender Livepräsenz, bei der dieser irre Typ abspackt, als gäbe es keine Aftershowparty mehr. Nennt ihn Acidrocker, Synthiemosher oder wie Ihr wollt, denn das hier ist kein Spaß-Techno, Escapehawaii kriegt sie alle.